Thomas Draschan

Temptation

17.08.2011 - 22.09.2011
Thomas Draschan, Temptation + Mehr Bilder...

Temptation, 2008

Digitaler Pigmentprint auf Hahnemühle Photorag Ultra Smooth, Schutzfirnis, kaschiert auf 3mm Alu Dibond

140 x 100 cm

Edition 3 Stück + 2EA

Sex and Rocks and Sitting Bull

Ende der eineinhalbjährigen Ausstellungspause: Ab 8. Juni präsentiert die Artbits Galerie die Ausstellung „Temptation„ des Filmemachers und bildenden Künstlers Thomas Draschan. In seinen digitalen Collagen lässt der Kubelka-Schüler Mythologie, Sex, Trivialkultur und Nostalgie zu großformatigen Altarbildern barocker Pop-Art verschmelzen.

Thomas Draschans Werke gleichen ästhetische Kollisionen: Familien-Fotos stoßen auf laszive Oben-ohne Girls, farbenprächtige Hindu-Symbole kollidieren mit Werbe-Sujets für Hochschaubahnen, Naturkunde-Anschauungsbilder mit phallischen Gesteinsformationen und Portraits des Sioux-Häuptlings Sitting Bull. Wie auch bei seinen filmischen Werken bedient sich der Kubelka-Schüler dabei eines ausgiebigen Archivs gefundenen Materials. Gesammelt auf Flohmärkten, Second Hand Läden und bei eBay verdichtet der gebürtige Linzer abertausende Fotos, Polaroids, Postkarten, Dias, Comic-Strips, Bücher, Zeitschriften und Magazinausschnitte zu großformatigen Pop-Art-Konstrukten im Altarbild-Format. Dazu Draschan: „Schon als 5-Jähriger habe ich von Architekturbüchern über die klassische Moderne bis zur „Quick“ alles in mich aufgesaugt. Meine Vorlieben, visuelle Spleens, Kindheitserinnerungen und Fetische halten einen direkten Einzug in die Arbeiten. Kategorien wie Hoch- oder Trivialkultur sind dabei vollkommen unwichtig, es geht viel mehr um Kleinigkeiten –farbliche Nuancen, abwegige Bildkompositionen oder eine Art ungeachteter Schönheit, die dem Ausgangsmaterial innewohnt – die ich mit den Collagen konservieren möchte.“

Recycling verbrauchter Bilder
Das Recycling „gesellschaftlich abgenutzter und verbrauchter Bilder und visueller Sprachen“ beherrscht Draschan – wie es ein Kritiker einmal bezeichnete – meisterhaft. In ihrer visuellen Opulenz erzeugen die großformatigen Werke eine optische Intensität, der sich die Betrachter kaum entziehen können. Draschan weiter: "Jeder findet etwas anderes in den Bildern. Es ist wie ein Bulk an unbewussten Inhalten, die an die Oberfläche geschleudert werden.“ Dabei vergisst der gelernte Filmemacher nie auf das narrative Element: Blickachsen, Beziehungen und Spannungsgeflechte bestimmen Draschans Bilder und erzeugen immer neue Bezugssysteme, die dem Betrachter ein zusätzliches Pool an Projektionsflächen eröffnen. So wie ein „Schlaraffenland der unbewussten Wunscherfüllung“, oder wie es Draschan selbst formuliert „Wie die Welt in meiner Vorstellung aussehen sollte wenn man aus dem Haus geht“.

Als Spezialedition im Rahmen von „Temptation“ zeigt Thomas Draschan auch kleinformatigere Werke, die als Editionen angeboten werden. Die Ausstellung ist bis 30. Juli 2011 zu sehen – während der Sommerpause im August, können die Bilder nach telefonischer Vereinbarung begutachtet werden.