Skero

Ornament und Verbrechen

14.12.2006 - 22.02.2007
Skero, Ornament und Verbrechen + Mehr Bilder...

Ohne Titel (10), 2006

Acrylfarbe, Marker und Spraydose auf digitalen Pigmentprints, signiert

30 x 30 cm

Ornament und Verbrechen

In Anlehnung an Adolf Loos Text von 1908 "Ornament und Verbrechen" zeigt Skero in seiner Ausstellung "dekorierte Verbrecher". Digitalisierte, farbige Ornamente auf Leinwand bilden den Hintergrund für Szenen menschlichen Fehlverhaltens.
Die tapetenähnlichen Muster stellen unser allgemeingültiges Gesellschaftssystem mit seinen Regeln und Strukturen dar, wie wir es uns selbst erschaffen haben.
Schemenhaft skizziert mit Graffiti-Outlines und Lackstiften zeichnet Skero darauf das tatsächliche Handeln des Menschen mit all seinen Fehlern und verwendet dabei einprägsame Bilder aus der Medienwelt (z.B.„Scarface“).

Ein Kontrast, der Auge und Gemüt provoziert.
Skero generiert mit seinen Bildern ein bizarres Gefühl von Chaos und Ordnung - Fehler und Perfektion. Dekorative Ornamente sind Teile der gezeigten Gewalttäter und Kleinverbrecher – sowohl im Bild selbst (Jackenärmel, Ski-Maske, …) als auch im übertragenen Sinn.

Der philosophische Diskurs über Ornamentik begann bereits im Jugendstil, in der Blütezeit der Ornamentkunst. Während Adolf Loos meint, das Ornament sei ein Verbrechen am menschlichen Geist, will Skero in seinen Arbeiten dem Ornament jenen Platz einräumen, den es seiner Meinung nach verdient: als Ordnungssymbol und Teil der menschlichen Psyche, die das Chaos nicht erträgt. Das Ornament war der erste Ausdruck menschlichen Kunstschaffens und hat bis heute nichts an Relevanz verloren – es ist in uns allen immanent. Skero, einer der ersten Sprayer Österreichs, erkennt im Ornament den inneren Wunsch nach Orientierung in einem immer unüberschaubareren System. Auch die Gesellschaft stellt ihre Muster auf, um sich der Willkür zu entledigen. Jedoch bei dem Versuch eine perfekt strukturierte und genormte Welt zu schaffen ist der Mensch mit all seinen Unzulänglichkeiten und Fehlern sich selbst im Weg und stellt dabei den größten Risikofaktor im selbst erschaffenen Ordnungssystem dar.