Christian Pölzler

Hand in Hand to Wonderland

09.12.2004 - 08.02.2005
Christian Pölzler, Hand in Hand to Wonderland + Mehr Bilder...

Just Bee, 2004

digitaler Pigmentprint auf Büttenpapier

70 x 70 cm

Edition 5 Stück + 1EA + 1PP

Vexierspiel mit Pop-Kultur

Christian Pölzlers Arbeiten vermögen zu täuschen. Großflächige Ornamente und Pastelltöne vermitteln uns zunächst den Eindruck von betont dekorativen Werken. Der tatsächliche Inhalt der Bilder offenbart sich erst bei genauerer Betrachtung: subtil arrangierte Spiele mit archetypischen Symbolen, Sexualität, Gewalt, medialen Botschaften und Versatzstücken der Populärkultur.

Formales Täuschungsmanöver

Rein technisch gestaltet sich Pölzlers Arbeitsprozess ziemlich aufwändig. In präziser Kleinarbeit wandelt er visuelle Details aus Gemälden, Zeitschriften, Webpages, Filmen… in Vektorgrafiken um. Im Gegensatz zu pixelorientierten Strukturen ermöglicht Pölzler diese Arbeitsweise eine beliebig skalierbare Ausformung seiner Objekte. Triviale Einzelobjekte erfahren durch entsprechende Zusammenstellung, Isolierung und Wiederholung eine neue, fremdartige Bedeutung. Entsprechend der Sampling-Methode verwendet Pölzler seine Zitate zumeist nicht 1:1, sondern arrangiert eine Vielzahl verschiedener Elemente zu einem neuen und originären Ganzen. Im Gegensatz zum klassischen Sampling geht es Pölzler jedoch nicht nur um die provokative Rekontextualisierung bekannter Symbole, sondern um die Konstruktion neuer Objekte. Eine Charakteristik, die nicht zuletzt durch die digitale Erstellung der Werke ermöglicht wird.

Collagen und Kulissen

Pölzler schafft eine Bühne für seine Kreationen. Eine irreale Landschaft bevölkert von kollektiven und individuellen Erinnerungen. Comic-Strip-artig wiederholen sich Muster, Szenen und Leitmotive bis sich die Bildaussage in einer Art mehrdeutigen “Pop-Kultur Mandala” verliert. Im Spannungsfeld zwischen Rauschenberg und Bosch bearbeitet Pölzler moderne Albträume, eingepackt in liebliche Kulissen, durchzogen von einer zynisch-brutalen Romantik. Das zeitgenössische Theater ist bereits seit frühester Jugend die stärkste Inspirationsquelle für Christian Pölzler. Sein Repertoire schöpft er aber ebenso aus dem Fundus der aktuellen Berichterstattung, von Filmen, TV-Serien, Magazinen und den bildenden Künsten.

Christian Pölzler studierte Bühnenbild an der Hochschule für Angewandte Kunst und Tapisserie an der Akademie für bildende Künste. “Hand in Hand to Wonderland” ist seine erste Solo-Ausstellung.